Benno Premsela (1920–1997) war ein prominenter Amsterdamer Designer, Politiker und Vorkämpfer der schwul-lesbischen Bewegung, der die niederländische Gesellschaft der Nachkriegszeit prägte. 1956 gründete er gemeinsam mit Jan Vonk das Architekturbüro Premsela Vonk, Vorläufer der heutigen Agentur Edenspiekermann.

Die Ausstellung „Show Yourself“ des Amsterdamer Stadtarchivs ist eine Hommage an diese schillernde Persönlichkeit. Edenspiekermann entwirft das Ausstellungskonzept, in dem die Vielseitigkeit von Premsela auf anschauliche Weise dargestellt wird: sein Netzwerk, sein Engagement für die Schwulenbewegung, seine Arbeit als Designer und Dekorateur, seine Liebe für Kunst und Kultur und sein Einfluss als Politiker.

Das Privatarchiv von Premsela ist das Herzstück der Ausstellung. Der Archivschrank des Künstlers steht in der Mitte des Raumes. Alle archivierten Dokumente sind in digitaler Ausführung zu sehen, die interessantesten unter ihnen sind hervorgehoben und unterschiedlichen Themen zugeordnet. Der Raum ist von Glaswänden eingefasst, die wie Schaufenster aussehen. Sie erinnern an Premselas Vergangenheit als leitender Dekorateur des Kaufhauses De Bijenkorf.

Die Farbgestaltung konzentriert sich auf Bennos Lieblingsfarbe Rosa, zugleich eine Reminiszenz an seine Homosexualität. Ein rosafarbener Teppich der Marke Van Besouw zieht sich wie ein „roter“ Faden durch den Raum. Auch die Lotek-Lampe aus dem Jahr 1982 hat inspirierende Bedeutung: Der Lampenbezug aus Vlieseline in Kombination mit dem Van-Besouw-Teppich 3108 dient zur Darstellung einer riesigen Rolle Toilettenpapier, denn Premsela sammelte buntes Toilettenpapier als Quelle der Inspiration.

„Show Yourself“ ist der Beweis dafür, dass man das persönliche Archiv eines Menschen auf abenteuerliche Weise präsentieren kann. Die Ausstellung im Amsterdamer Stadtarchiv läuft von Februar bis April 2008.

Edenspiekermann realisiert „Show Yourself“ gemeinsam mit dem Kunsthistorikerbüro D’Arts. Zeitgleich mit der Ausstellung erscheint im Verlag Thoth die Biografie von Premsela, deren Layout ebenfalls von Edenspiekermann stammt.